„Eine Basis für lebenslange Freundschaften“

In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg gründeten sich im Umland zahlreiche Fußballvereine. Auch Weiltingen wurde vom Fußballfieber erfasst. In der Generalversammlung des TV 1912 Markt Weiltingen am 20.03.1948 wurde auf Antrag einiger junger Fussballsportler der Beschluss zur Gründung einer Fußballabteilung gefasst. Die Impulse zur Gründung einer Fußballmannschaft kamen nicht von Einheimischen, sondern von Heimatvertriebenen, Flüchtlingen und Evakuierten des 2. Weltkriegs.

Die sportliche Entwicklung der Seniorenabteilung

Westlich der Gemeinde, an der Staatsstraße 2385 nach Wilburgstetten, wurde auf einer ausgedienten Schafweide der erste Fußballplatz, „auf der Gigerthut“, errichtet. Vom ehemaligen Sportplatz ist heute nichts mehr zu erkennen. Bereits Mitte der 50er Jahre wurde das Areal aufgeforstet.

Die Anfangs fast ausschließlich aus „Neubürgern“ zusammengesetzte Mannschaft absolvierte am 29. August 1948 sehr euphorisch ihr erstes Verbandsspiel in der untersten Klasse, der Bezirksliga II. Gegner war unser Nachbar aus Wilburgstetten. Nach großem Kampf wurde das erste Punktspiel knapp mit 1:2 verloren. Torschütze des ersten TVW Tores war Erhard Fischer.

Es dauerte mehrere Wochen, bis die junge Mannschaft ihr erstes Erfolgserlebnis feiern konnte. Am 17.10.1948 konnte der erste Sieg in der Vereinsgeschichte errungen werden. Der SC Aufkirchen wurde mit 2:1 besiegt. Die erste Saison war für die Neueinsteiger insgesamt gesehen sehr lehrreich. Von den 13 Begegnungen konnten 4 Spiele gewonnen werden. Dadurch konnte man in der Schlusstabelle einen respektablen drittletzten Tabellenplatz belegen.

In Originalberichten aus der Frühphase der Fußballabteilung ist zu lesen, dass die nahezu alle Spieler sehr talentiert waren und mit großer Begeisterung und Ernsthaftigkeit ihren Sport betrieben. In den Anfangsjahren wurde von den Verantwortlichen jedes Spiel akribisch dokumentiert, die Situation allgemein beurteilt und jeder Spieler individuell bewertet, um die Lernfelder festzustellen.

Der Sport fand schnell viele Anhänger auf aktiver und passiver Seite. Viele Weiltinger Zuschauer pilgerten Sonntags zum „Gigert“, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Es gesellten sich weitere Interessierte zum Kreis der Aktiven, so dass in der Frühphase des Fußballsports bereits von sporadischen Vorspielen zu lesen ist. Die Spieler, die in den Vorspielen zum Einsatz kamen, rekrutierten sich aus einer Altersbandbreite von 12 bis fast 40 Jahren. Eine echte 2. Mannschaft im heutigen Sinne, bildete sich erst Ende der 50er Jahre.

Spielbericht des 1. Verbandsspieles (29.08.1948)


Die Gründermannschaft des Jahres 1948

Hintere Reihe: Otto Worwetz, Erhard Fischer, Fritz Seebauer,

Sepp Pleil, Herbert Kautz, Willi Beck, Rudi  Hörber,

Günther Köhler.

Kniend: Gunter Reinhard, Alfred Pöhlmann, Hubert Berg


Aus der FLZ vom 18.10.48: Erster Sieg.

Die Fussballabteilung wurde in dieser Zeit von Gunter Reinhardt, den der Krieg nach Veitsweiler verschlagen hat, und dem späteren Vorstand Rudolf Hörber geführt. Trainiert wurde zu Beginn der Fussballaktivitäten eher unregelmäßig. Einen festen Trainer gab es nicht. Unter der Leitung der talentiertesten Spieler traf man sich ab und an zum Üben, natürlich mit späterem Wissensaustausch in einer der Weiltinger Gastwirtschaften.

Da die erste Fußballmannschaft insgesamt mit vielen talentierten Aktiven bestückt war, gab es bereits am Ende der Saison 1949/50 den ersten großen Erfolg in der noch jungen Geschichte. Nach nur 2 Jahren Spielbetrieb konnte die Meisterschaft in der C-Klasse errungen werden. Der erstrebte Aufstieg wurde aber in den Qualifikationsspielen knapp verfehlt. Man erreichte in der Aufstiegsrelegation hinter dem TSV Bechhofen nur den zweiten Platz und musste in der Klasse bleiben.

Der eingeschlagene Weg wurde konsequent fortgeführt. Nur zwei Spielzeiten später, in der Saison 1951/52, wurde in einem der „dramatischten Spiele der Vereinsgeschichte die punktgleiche Spitzenmannschaft aus Dentlein mit 1:3 geschlagen“ (Originaltext) und die Meisterschaft, verbunden mit dem Aufstieg, errungen. Die Unterstützung dieser Mannschaft war offensichtlich gewaltig. In der Chronik von 1973, anlässlich des 25-jährigen Jubiläums, ist zu lesen: „Wohl kaum wieder wurde eine Weiltinger Fußballmannschaft von so zahlreichem Anhang dermaßen stark angefeuert und unterstützt, wie seinerzeit in Dentlein.“

Der Bericht zur 1. Meisterschaft  (18.04.1950)

Trotz guter Spielanlage konnte der Abstieg nach nur einjährigem Gastspiel nicht verhindert werden. Die Chronisten vermerken, dass es in erster Linie an den schwachen Stürmerleistungen gelegen hätte. Aber bereits im nächsten Jahr, am Ende der Saison 1953/54, konnte sich die Mannschaft erneut mit dem Meistertitel schmücken und sich über den Wiederaufstieg freuen.

Wiederum ging aber nach einem Jahr die Zugehörigkeit zur B-Klasse verloren. Sportlich konnte man sich zwar in der B-Klasse behaupten. Die Mannschaft stieg aber freiwillig in die C-Klasse ab, da bedingt durch aufkommende Personalprobleme, das höhere Niveau nicht mehr haltbar war.

Der Bericht zur 2. Meisterschaft (1952)

Der erste historische Aufstieg - die Meistermannschaft des Jahres 1952

Von links Kassier Köhler, Hofmann, Pfanz, Tietsch, Hörber, Pöhlmann, Krebs, Köhler, Dollinger, Thate, Pleil, Kautz

Punktspiel auf dem Gigerthut (1952).

Die TVW-Spieler Kautz, Pfanz und Köhler im Einsatz

Der Umzug auf den neuen Sportplatz ist vollbracht.

Mannschaftsfoto aus dem Jahr 1955


Zur Saison 55/56 zog das Fussballgeschehen an den neuerrichteten Sportplatz „am Wedelwasen“ um. Bereits 1947 wurde vom Verein das Areal an der Schulstraße ins Auge gefasst. Doch dauerte es stolze 8 Jahre bis man den provisorischen „Kampfplatz Gigert“ verlassen konnte. „Kampfplatz“ deshalb, weil der Platz die meiste Zeit im Jahr tief verschlammt war und ein technisch anspruchvolles Spiel nur schwer möglich war.

Am Ende der Saison 1956/57 kam es zum Umbruch. Der Kern der Gründungsmannschaft von 1948 löste sich auf. Ohne die erfahrenen Fussballer musste die neuformierte Mannschaft in der darauffolgenden Saison 1957/58, den letzten Platz in der C-Klasse, die schlechteste Platzierung in der Vereinsgeschichte, hinnehmen. Bis zur Saison 1960/61 erzielten die Mannschaften, trotz des neuen Spielfeldes und der damit verbundenen Möglichkeiten, nur spärliche sportliche Erfolge.

Zum Ende der 50er Jahre wurde das Interesse am Fussballsport dermaßen groß, dass sich zunehmend 2. Mannschaften bildeten. Anfangs hatten noch nicht viele Vereine einen solchen sportlichen Unterbau. Doch die Anzahl der sog. Reservemannschaften stieg stetig an. Ab Mitte der 70er Jahre konnte man einen mehr oder weniger stabilen Spielbetrieb durchziehen. Mehr oder weniger deshalb, weil es nur selten vorkam, dass eine „Reserve“ auch alle Rundenspiele absolvierte. Zu leicht war es Spiele abzusagen, zu oft umfassten 2. Mannschaften nur kleine Kader.

Das Spielsystem der Reservemannschaften auf Kreisebene war bis 2008 stets gleich. Man spielte das Vorspiel der 1. Mannschaft. Oft kamen Spieler der 2. Mannschaften nach dem Spiel noch zu einem Einsatz in der 1. Mannschaft. Leider wurden den 2. Mannschaften in der Zeit bis 2008 (2. Mannschaft spielt aufstiegsberechtigt) zu wenig Stellenwert zugebilligt. Immerhin bildeten diese Mannschaften den wichtigen Unterbau und waren Garant dafür, immer genügend 1. Mannschaftsspieler in den Wettkampf schicken zu können. Eine 2. Mannschaft ist die sportliche Heimat von Engagierten, disziplinierten Freizeitfussballern und AH-Spielern. Unsere zweiten Mannschaften war eigentlich immer sehr erfolgreich, wenn gleich in einem kleinen Ort wie Weiltingen wohl seit dem 1. Spiel Ende der 40er Jahre eine stete Personalnot herrscht.

Zur Saison 1960/61 beendete Hans Tietsch seine Spielerlaufbahn und wurde Trainer. Unter ihm wurde erstmals ein regelmäßiges Training eingeführt. Zudem wechselten viele talentierte Jugendliche in den Seniorenbereich. Stark verjüngt konnte man sich am Ende der Saison wieder über die Meisterschaft freuen.

Der erfahrene Abteilungsleiter Kurt Müller (seit 1956) führte die Abteilung in dieser Zeit, ehe Hans Tietsch ab 1968 in die Doppelrolle Abteilungsleiter und Trainer schlüpfte.

Die erste Saison (61/62) nach Wiederaufstieg war die erfolgreichste Spielzeit bisher. Als Aufsteiger konnte man die Saison am Ende mit einem guten 4. Platz abschließen. In den Spielzeiten 1962/63 bis 1964/65 passierte nichts Wesentliches. Als kleinste Ortschaft waren stolz in dieser Klasse, in der viele Städte der Umgebung um Punkte kämpften, spielen zu können. Wir schlossen in den Endtabellen zwischen Platz 10 und 12 ab. In den Spielzeiten 1965/1966 bis 1967/68 konnte sich die Mannschaft leicht verbessern. Platzierungen zwischen Platz 7 und 10 konnten erreicht werden.

1961: Die 4. Meisterschaft in der C-Klasse


Die Stabilität der 60er Jahre

Doch in der Saison 1968/69 musste die 1. Mannschaft, als Tabellenletzter, etwas überraschend, zum dritten Male den bittere Weg zurück in die C-Klasse angetreten. Die darauffolgende Saison 1969/1970 muss man im Rückblick als Aufbausaison betrachten. Obwohl wir in dieser Saison 115 Tore erzielten, wurden wir nur Dritter der C-Klasse. Aber der Grundstein für den Wiederaufstieg war gelegt.

Die Schmach des Abstiegs 1969 weilte nur kurz. Bereits zwei Spielzeiten später, am Ende der Saison 1970/71, wurden wir zum fünften Male Meister der C-Klasse und stiegen erneut in der B-Klasse auf. In dieser Saison erzielte der TVW 115 Tore in 24 Spielen, 46 Tore erzielte davon Fritz Schuster und ist seitdem der erfolgreichste TVW-Torjäger. Nach einem missglückten Start in die Spielzeit 1971/72 brachte eine glänzende Erfolgsserie zum Schluss den bemerkenswerten 3. Tabellenplatz ein.

1971: Die 5. C-Klassenmeisterschaft


1969: Fritz Schuster in Aktion

In den 70er Jahren spielte die Fußballabteilung bereits die dominierende Rolle im Vereinsgeschehen. So wurde auch, die eigentlich im Jahr 1972 stattfindende 60-Jahrfeier, mit der 1973 stattfindenden 25-Jahrfeier der Fußballabteilung zusammengelegt, um in einem entsprechend würdigen Rahmen feiern zu können. Die anfangs mit Argwohn betrachtete Abteilung feierte ihr erstes großes Jubiläum. Dass dieses Jubiläum überhaupt im Hauptverein gefeiert werden konnte, ist dem Verdienst der Vereinsführung der Jahre 1947 und 1948 zuzuschreiben. Zur Gründungszeit gab es ernsthafte Überlegungen einen eigenen Fußballverein, parallel zum TV Weiltingen, zu gründen.


Im Jubiläumsjahr 1973 behauptete sich die Mannschaft erfreulicherweise die ganze Saison in der Spitzengruppe. Von Zeitzeugen ist heute noch zu hören, dass bei etwas mehr Konzentration und Glück zu Beginn der Punktrunde der 2. Platz und der Aufstieg in die A-Klasse möglich gewesen wäre. Leider haben es die damaligen Spielerpersönlichkeiten wie Fritz Schuster, Heinz Meyer, Werner Sauber, Karl Eisen ... nicht geschafft in die höchste Spielklasse des Kreises vorzudringen. Obwohl einige der 73er Mannschaft überdurchschnittliches Können aufweisen konnten, auch im Fußballkreis durch ihr Auftreten viel Ansehen für den Verein erwarben, reichte es nicht ganz.

In der Saison 1974/75 klopften die damaligen Spieler lange Zeit vehement an das Tor der A-Klasse. Am 12.01.75 schaffte man erstmals die Tabellenführung der B-Klasse zu erringen. Doch fehlte es in dieser Saison an Durchhaltevermögen, was letztendlich dazu führte, dass die Saison auf einem enttäuschenden 6. Platz beendet wurde. Im Jahr 1976 löste Willi Schülein Hans Tietsch als Trainer und Abteilungsleiter ab. Dass es im Sport nicht immer nur bergauf geht, zeigt die Saison 1977/78. Nach 7 Jahren B-Klassen-Zugehörigkeit, mit teils sehr guten Platzierungen, musste der erneute Abstieg hingenommen werden.

Doch schon ein Jahr später, 1979, konnte die Mannschaft durch ein Beispiel an Fleiß, Disziplin und kameradschaftliche Geschlossenheit den Wiederaufstieg, gegen eine starke Konkurrenz, erringen. Die gesamten Rückrundenspiele konnte die Mannschaft siegreich gestalten (14 Siege in Folge) und am Ende war das erstrebte Ziel B-Klasse wieder erreicht.

1979: Zurück im angestammten Terrain

1976: Voller Einsatz, Gerhard Hientz und Harald Schneider

Im 2. Jahr des Wiederaufstiegs, in der Saison 1980/81, konnte man den Abstieg nur durch ein gewonnenes Entscheidungsspiel gegen den C-Klassenvize Mönchsroth noch abwenden. Aber am Ende der Saison 1981/82 war die Abstufung nicht mehr zu vermeiden. In diesem Spieljahr wurde auch beim TV Weiltingen von dem jahrelang bewährten System - Abteilungsleiter und Trainer in einer Person und ehrenamtliche Tätigkeit - Abschied genommen. Willi Schülein, Nachfolger von Hans Tietsch, stellte sein ehrenamtliches Traineramt noch vor der Winterpause auf eigenen Wunsch zur Verfügung und kandidierte bei den turnusmäßigen Neuwahlen im März auch nicht mehr als Abteilungsleiter.

Als erster bezahlter Fußballtrainer wurde im Herbst 1981 Herbert Bauer aus Oberreichenbach verpflichtet. Die Leitung der Fußballabteilung übernahm im Frühjahr 82 Karl Reck. Doch auch sie beide konnten nicht verhindern, dass die Mannschaft am Ende des Spieljahres 1981/82 den Weg in die C-Klasse antreten musste. In das C-Klassenjahr 1982/83 ging die Mannschaft mit Dieter Heer als neuen Trainer. Der Start für den neuen Trainer war schwierig, denn die 1. Mannschaft befand sich mal wieder im Umbruch. Die jahrelangen Stützen Fritz Schuster, Heinz Meyer, Werner Sauber und Werner Eisen verabschiedeten sich aus der 1. Mannschaft und wollten aufgrund ihres Alters die Fußballstiefel nur mehr in der AH schnüren. Unter diesen Voraussetzungen konnte man in dieser Spielzeit noch keine Wunderdinge von der neuformierten jungen Mannschaft erwarten und so belegte man zu Rundenschluß den 7. Tabellenplatz in der C-Klasse Wörnitz. Im Spieljahr 1983/84 setzte man sich einen Spitzenplatz zum Ziel. Die Heer-Schützlinge erreichten dann tatsächlich den 2. Platz, der zu einem Qualifikationsspiel gegen den TSV Flachslanden berechtigte. In diesem Spiel, das an Dramatik, Klasse und Kampf kaum Wünsche offen ließ, unterlag man auf dem neutralen Platz in Burgoberbach, unglücklich mit 1:0. Viele der 500 begeisterten Zuschauer waren der Meinung, dass es jammerschade sei, dass nur eine der beiden Mannschaften den Aufstieg schaffen kann.

Das Spieljahr 1984/85 sollte das ersehnte Ziel B-Klasse bringen, darin waren sich die Spieler und Funktionäre einig. Doch die Konkurrenz war groß. Die Hauptrivalen waren B-Klassen-Absteiger TSV Wassertrüdingen und der aufstrebende TSV Röckingen. Der TV Weiltingen begann mit einem furiosen Start und gewann die ersten 10 Spiele allesamt. Doch dann musste man einen Einbruch hinnehmen und am Ende der Saison reichte es hinter Wassertrüdingen erneut nur zum 2. Tabellenplatz. Wieder musste man in die Qualifikationsrunde in der von 7 Mannschaften nur eine das begehrte Ziel - B-Klasse - erreichen konnte. Die schwere Punkterunde hat die Mannschaft auf dieses Vorhaben aber bestens vorbereitet. Das 1. Spiel brachte den TV Weiltingen und den SV Buch am Wald in Feuchtwangen zusammen. Nach spannendem Spielverlauf gewann unsere Mannschaft mit 4:3 und konnte weiter hoffen. Der nächste Gegner war die Fortuna aus Neuses. Im Herriedener Altmühlstadion konnte in einer spielerisch glänzenden Begegnung vor 800 Zuschauern der Konkurrent mit 4:2 besiegt werden. Nun musste man im alles entscheidenden Spiel in Burgoberbach den TSV Burgbernheim besiegen, um am Ziel der Wünsche zu sein. In einem schnellen, kampfbetonten und niveauvollen Spiel behielt der TVW mit 6:3 die Oberhand und der Jubel der zahlreichen mit-gereisten Anhänger über den Wiederaufstieg kannte keine Grenzen.

Die gezeigten Leistungen in den Ausscheidungsspielen berechtigten zu der Hoffnung, auch in der B-Klasse eine gute Rolle zu spielen. Leider war unser Trainer Dieter Heer nicht mehr bereit das Training zu übernehmen, da er der Meinung war, nach 3 Jahren sollte ein neuer Mann für den nötigen Schwung sorgen. Für die Saison 1985/86 konnte dann Werner Lechner verpflichtet werden. Unter ihm gelang es der Mannschaft die B-Klasse zu halten. Am Ende wurde der 9. Tabellenplatz erreicht, was für einen Aufsteiger insgesamt zufriedenstellend war. Neuer Abteilungsleiter wurde bei den Neuwahlen für den nicht mehr kandidierenden Karl Reck der erfahrene Manfred Krebs.

Das Training in der Saison 86/87 übernahm der Tannhausener Hubert Kleebauer. Unter ihm musste zur 75-Jahrfeier im Jahre 1987 leider der erneute Abstieg hingenommen werden. In der Saison 1987/88 sprang erneut das Weiltinger Urgestein Willi Schülein in die Bresche und erreichte mit der Mannschaft als Tabellenzweiter den Wiederaufstieg. Die Mannschaft der Jahre 1989 bis 1991 kämpften unter den Trainern Ebenhöh und Rothmund tapfer um die B-Klasse. Ehe man in der Saison 90/91 mit nur 4 Punkten die höhere Klasse wieder verlassen musste, behauptete man sich in den 2 vorherigen Jahren jeweils erfolgreich in der Relegation.

1985: Im Jahrzehnt der Relegationsspiele

Nach dem Abstieg 91 in die C-Klasse und der schlechtesten Platzierung (Platz 13) in der Saison 91/92 seit 1958 musste sich die Fußballabteilung zu Beginn der 90er Jahre neu orientieren. Der sportliche Niedergang war ein Resultat der Versäumnisse der späten 80er Jahre. Damals gab es immense Probleme bei der Findung verantwortlicher Personen für die fußballerische Ausbildung des Nachwuchses. Friedrich Rothmund gab in den frühen 90er Jahren sein Bestes, um die Mannschaft wieder nach oben zu führen. Doch war Fußball in Weiltingen zum Stiefkind geworden. Einige sportliche Leistungsträger des TVW wechselten zu anderen Vereinen und hinterließen nicht mehr auffüllbare Lücken. Es wurde zwar noch Fußball gespielt, aber leider stemmten sich zu wenige in dieser Zeit gegen den drohenden Verfall. Über mehrere Jahre waren die Rollen des Trainers, des Abteilungs- und Spielleiters, sowie des Pressewartes in einer einzigen Person konzentriert. Zu Beginn der Saison 94/95 übergab Friedrich Rothmund aus gesundheitlichen Gründen die Trainerfunktion an Gerhard Käufer. Nach einem Vorfall stand der Verein im Herbst 1994 ohne Trainer da. Aus Loyalität zum Verein half Dieter Heer bis zum Saisonende noch mal als Trainer aus.

Anfang 1993: Der TVW am Boden

Schlagzeile im historischen Pokaljahr 1997


Von da an stabilisierte sich die Mannschaft wieder, wenn auch auf niedrigem Niveau. In der Saison 95/96 wurde Rainer Bäuml der Leiter des Trainingsbetriebs. Unter ihm wurde der TVW bereits wieder Vierter in der C-Klasse. In der Saison 96/97 gab es im Pokal eine noch nie dagewesene Siegesserie. In der 5. Runde konnte sogar der Bezirksoberligist SpVgg Ansbach aus dem Pokal geworfen werden.

In der Punkterunde wurde man, trotz 100 erzielter Tore, wieder mal Tabellenzweiter, scheiterte in der Aufstiegsrelegation an Königshofen. Der Anfang für einen lang anhaltenden sportlichen Aufstieg war aber gelegt. Unter dem ehemalige TVW-Spieler Norbert Brandt, der nun ins Trainergeschäfte wechselte, konnte im darauffolgenden Jahr der langersehnte Wiederaufstieg in die nunmehr Kreisklasse genannte, ehemalige B-Klasse, gefeiert werden.

Dort erreichte man mit der jungen Mannschaft auf Anhieb einen guten 5. Tabellenplatz. Erneut konnte man im Pokal gute Leistungen erzielen. Erst im Kreispokalendspiel, das der TVW erstmalig erreichte, unterlag man dem Kreisligisten Weinberg mit 1:2. In der Jahrtausendwenden-Saison konnte man sich weiter verbessern und schloss als Tabellendritter, knapp hinter den Relegationsplätzen ab.

Die Erfolge der späten 90er setzten sich zur Jahrtausendwende fort. Zur Saison 2000/2001 übernahm der Schopflocher Jürgen Heinz das sportliche Zepter des TVW. Der ambitionierte Norbert Brandt verabschiedete sich wieder aus Weiltingen. Diese Saison endete mit dem 2. Tabellenplatz in der Kreisklasse. Der TVW klopfte erstmals ans Tor der Kreisliga. Leider verlor man im Relegationsspiel in der Verlängerung gegen den bis in die Bezirksoberliga durchstarteten TSV Gutenstetten mit 0:2 nach Verlängerung. Tobias Beck verletzte sich in diesem historischen Spiel schwer und fiel im Anschluss längere Zeit aus.

Zur Saison 2001/2002 gab es zwei gravierende Änderungen im Kader. Martin Erkenbrecher musste verletzungsbedingt die Fußballschuhe an den berühmten Nagel hängen. Vom TSV Nördlingen kam Dieter Schuster zurück nach Weiltingen. Nach 13 Jahren in der Fremde brachte der nunmehr 30-jährige weiteren Schwung in die aufstrebende Weiltinger Fußballlandschaft. Doch auch in dieser Saison erreichte der TVW nur den 2. Tabellenplatz. Im entscheidenden Aufstiegsspiel hatte man gegen die Reserve des TSV Neustadt mit 1:3 das Nachsehen.

Trotz des Wechsels des Veitsweilers Freddy Ruck in die Landesliga sollte im folgenden Jahr der Aufstieg erzwungen werden. Mit Thomas Kober vom SC Aufkirchen schloss sich ein erfahrener Torwart dem TVW an. Als im Oktober 2002 nach 9 Spielen der TVW 10 Punkte hinter dem Tabellenführer Breitenau stand, zog eine Gruppe um den Abteilungsleiter Fritz Simmerlein und Spielleiter Martin Maag die Notbremse. Trainer Heinz wurde entlassen.

Dieter Schuster übernahm mit Marco Kirchdörfer und dem TVW-Urgestein Willi Schülein die Trainingsleitung. Ab dem Zeitpunkt des Trainerwechsels bis zum finalen Spiel gegen den Tabellenzweiten Mönchsroth verlor der TVW kein Spiel mehr. Der Showdown fand dann 3 Wochen vor Rundenschluss in Weiltingen statt. Unter riesigem Jubel überrollte die Heimmannschaft den Zweitplatzierten mit 4:0. Nach dem Spiel lag man mit uneinholbaren 10 Punkten Vorsprung auf dem ersten Tabellenplatz und wurde erstmals Meister der Kreisklasse.. Der zweite historische Aufstieg nach 1952 war geschafft. In diesem Jahr wurden neben der 1. Mannschaft auch die Reserve und die A-Jugend Meister. Die A-Jugend stieg zum dritten Mal in die Kreisliga auf und sollte den Unterbau für einen langjährigen Höhenflug in der Kreisliga bilden.

2003: Die Freude über den Aufstieg war riesengroß

In der darauffolgenden Saison galt es unter allen Umständen die Klasse zu erhalten, obwohl der erfahrene Andreas Schülein in die 2. Mannschaft wechselte. Den vielen Skeptikern zum Trotz konnte die Mannschaft, trotz eines verschärften Abstiegs, diesen im letzten Heimspiel verhindern. Bereits in der Winterpause verpflichtete Noch-Trainer Dieter Schuster und Abteilungsleiter Fritz Simmerlein den Oettinger Rudi Mairoser als Trainer für die Saison 2004/2005.

Dieter Schuster kannte Mairoser noch aus seiner Zeit beim TSV Nördlingen. Unter dem Trainerunikat Mairoser erreichte der TVW in der Saison 04/05 den 9. Platz und in der Saison 05/06 einen guten 8. Tabellenplatz. In dieser Zeit verfestigten sich die Fußballerischen Fähigkeiten. Die ehemaligen A-Jugend-Leistungsträger Stefan Fugger, Fritz Ruck, Michael Schmidt, Martin Beck sowie Tobias und Michael Gehring bildeten mit den erfahrenen Spielern Dieter Schuster, Gert Erkenbrecher, Martin Maag, Andreas Christ, Michael Sauber und Andreas Hahn eine homogene Mannschaft.

Die Saison 06/07 startete mit einem Kuriosum. Trainer Rudi Mairoser warf nach dem 1. Spieltag das Handtuch. Dieter Schuster, mittlerweile Abteilungsleiter Fußball, sprang erneut in die Breschen. Zum 01. November konnte man einen neuen Trainer vorweisen. Der Oberdachstettener Trainerfuchs Charly Knetsch, langjähriger Trainer im Jugendleistungsbereich (u. a. A-Jugendtrainer beim 1. FC Nürnberg), konnte vom TSV Neustadt II vom ehemaligen Abteilungsleiter Simmerlein abgeworben werden. Der TVW schliesst die Saison als Tabellenachter ab. Im darauffolgenden „Legionärsjahr“ (3 neue auswärtige Spieler) wird der TVW Sechster. Die bisher beste Platzierung einer Weiltinger Fußballmannschaft. Ob es an der völlig modernisierten Flutlichtanlage lag, sei dahingestellt. Mit Beginn der Saison 07/08 wurde in der Kreisliga der Reservebetrieb eingestellt. Unsere Reserve wurde zur 2. Mannschaft und durfte ihr Können in der untersten Klasse, der A-Klasse, beweisen. Überraschend schloss man als Tabellenzweiter die Saison ab. Im Relegationsspiel um den Kreisklassenaufstieg musste man allerdings der 1. Mannschaft des SV Sinbronn mit 1:2 den Vorzug lassen. Nach der Saison 08/09 verlies Charly Knetsch den TVW und wechselte zum TSV Dinkelsbühl.

Der zweite historische Aufstieg – Der Kreisklassenmeister des Jahres 2003

Hintere Reihe von links: Maag, R. Babel, Christ, Grimm, Drothler, A. Schülein

Mittlere Reihe von links: 2. Vorstand Andreas Heinz (davor Willi Schülein), Trainer Dieter Schuster, Kirchdörfer, T. Beck, Hofmann, Hahn, 1. Vorstand Jürgen Keil, Spielleiter Roland Hahn

Vordere Reihe von links: Abteilungsleiter Fritz Simmerlein, Dollinger, Kober, Zieher, G. Erkenbrecher, T. Schmidt, Betreuer 2. Mannschaft Dietmar Weigel.

Überschrift in der FLZ am 04.05.2003


Aus der Saison 06/07: Kapitän Andreas „Chicken“ Hahn in Aktion.

Dahinter zu erkennen – Martin Beck, Tobias Beck und Michael Sauber


Der nach Diederstetten gezogene Bopfinger Ralf Meier wurde in der Saison 09/10 sportlicher Leiter. Wie Rudi Mairoser stammte auch der langjährige Landesligaspieler Meier aus dem Bekanntenkreis von Abteilungsleiter Dieter Schuster. Unter dem Spielertrainer lief die Seniorenmannschaften zu Höchstleistungen auf. Bereits in den Vorbereitungsspielen wurde selbst gegen höherklassige Mannschaften gewonnen. Der TVW stand in dieser Spielzeit über Wochen auf Platz 1 und wurde schon als heißer Aufstiegskandidat gehandelt.  

Doch nach der Winterpause brachten die Kicker nichts mehr zu Stande und schlossen auf dem enttäuschenden 9. Tabellenplatz ab. In dieser Saison wäre mit großen Willen ein Aufstiegsrang möglich gewesen. Die 2. Mannschaft musste sich in dieser Saison vorwiegend mit 1. Mannschaften messen und schloss als Tabellenelfter die A-Klasse ab.

2009: Wir sind Tabellenerster


2009: Der TVW ist erstmals Tabellenerster der Kreisliga


In der Saison 10/11 wurde der Reservebetrieb im gesamten Bezirk eingestellt. Obwohl sportlich der A-Klasse zugehörend, wagte die 2. Mannschaft einen Neubeginn in der neugegründeten B-Klasse. Am Ende der Saison wird die 2. Mannschaft Tabellendritter. Diese Platzierung hätte in dieser Saison zur Relegationsteilnahme berechtigt. Da uns allerdings (noch) der jugendliche Unterbau fehlt, verzichteten wir auf die Relegationsteilnahme. Die 1. Mannschaft unter Trainer Meier erreichte einen respektablen 7. Tabellenplatz.

In der Jubiläumssaison 2011/2012 kämpfte unsere 1. Mannschaft leider erstmals seit Jahren um den Klassenerhalt. Doch wollte man um jeden Preis im Jubiläumsjahr nicht absteigen und erkämpfte sich den 9. Tabellenplatz. Die 2. Mannschaft erreichte einen guten 4. Platz in der B-Klasse. Am 03.08.2012 spielt unsere Elf anlässlich der 100-Jahrfeier gegen den Bundesligisten SpVgg Greuther Fürth. Wir verlieren vor 1100 Zuschauern mit 0:14 Toren.


Stetes Auf und Ab in den 50 Jahren

Die Anfangszeit

Zurück

Die wilden 70er - Weiltingen macht sich einen Namen

Die unsteten 80er Jahre

Neuorientierung in den 90er Jahren

Die Fussballabteilung um die Jahrtausendwende

Die Fussballabteilung ab dem Jahr 2010

Der sich seit 2011 abzeichnende Negativtrend hielt in der Saison 2012/2013 an. Der Kader war insgesamt in die Jahre gekommen, die Versäumnisse in der Jugendarbeit der 90er Jahre führte dazu, dass der Seniorenbereich 6 Jahre keine „Blutauffrischung“ erhielt. Es kam wie es kommen musste. Aus den letzten 2 Spielen hätte man noch einen Punkt benötigt, doch schaffte man es nicht mehr diesen Punkt zu holen. Die Abstiegesrelegation brachte uns gegen die punktgleichen TSV Elpersdorf und Fortuna Neuses zusammen. Gegen Neuses verlor man noch unglücklich mit 0:1. Gegen den TSV Elpersdorf gab es dann in Dürrwangen eine deftige 0:3 Schlappe. Nach 10 Jahren musste das Kapitel Kreisliga wieder geschlossen werden. Die zweite Mannschaft konnte nochmals einen 5. Platz in der B-Klasse holen.

In der Saison 2013/2014 entschloss sich die Abteilungsleitung zu einem Umbruch im Kader. So wurde von vornherein mit zwei A-Jugendspielern fest geplant. Kevin Krebs und Alexander Wetsch (Rückkehrer vom TSV Nördlingen) sollten es mit den jungen Spielern im Kader wie Sebastian Lugenhöfer, David Becker, Christian Schaupner und Arthur Balint richten. Trainer Ralf Meier hatte schon im März 2013 seinen Weggang erklärt. Auf ihn folgte mit Martin Babel aus Illenschwang, ein langjähriger TVW-Spieler. Unter seiner Führung konnte die Mannschaft wieder Fuß fassen und erreichte in der Kreisklasse einen guten 4. Tabellenplatz. Die 2. Mannschaft rutschte auf den 7. Tabellenplatz ihrer Klasse.

2012: Trotz 0:14 - es hat ordentlich Spass gemacht


Die Saison 2014/2015 wurde als Tabellensiebter beendet. Sportlich durchaus auf der Höhe mit dem Tabellenzweiten bzw. Tabellendritten sind wir aber (noch) nicht konstant genug. Wir verschenken viele Punkte gegen die hinteren Mannschaften. Zudem spielen in 26 Spielen 10 mal Remis. Wir stellen die beste Abwehr, aber auch den zweitschlechtesten Sturm. Die Talfahrt der 2. Mannschaft geht weiter. Wir kommen lediglich noch auf Platz 10 in der B-Klasse.

Die Saison 2015/2016 wurden unter dem neuen Trainer Rico Langhof als Tabellensechster beendet. Wie im letzten Jahr konnten wir mit den vorderen Mannschaften mithalten, machten viele Punkte aber gegen die Mannschaften aus dem hinteren Tabellendrittel kaputt. Wir investieren noch viel Laufarbeit in ein Spiel und haben gegen defensive Mannschaften oft nicht das richtige Konzept. Die 2. Mannschaft hat sich gefangen und schliesst die Runde als Tabellenfünfter ab.

2015: In der 3. Generation aktiv – Kevin Krebs im Einsatz für den TVW