Früh erkannte man, dass sich ein Verein nur durch regen sportlichen Nachwuchs auf Dauer etablieren konnte. So wurde Anfang der 60er Jahre zwar noch zaghaft, aber immerhin, mit der Jugendarbeit begonnen. Die Kinder und Jugendliche in den Jahren zuvor spielten vornehmlich in der 2. Mannschaft des Vereins, teils gegen dreimal ältere Spieler. Die Jugendabteilung 1960 umfasste immerhin 17 Spieler. Der Nachwuchs der 60er Jahre bildete den Grundstock für die erfolgreichen 70er Jahre. Noch wurde der Jugendbereich in Schüler- und Jugendmannschaften getrennt. Entsprechend gab es in Weiltingen auch Schüler- und Jugendleiter. Die namentlichen Aktivisten der 60er Jahre, die sich stark um die Fußballerische Ausbildung kümmerten waren Hans Tietsch, Karl Strauß, Karl Schmidt und der legendäre Helmut Fuchs. In dieser Zeit konnte der TVW bis zu 3 Jugendmannschaften ins Feld schicken.

Die frühe Jugendarbeit der 60er Jahre

Die erfolgreiche Jugendarbeit der 70er Jahre

In den 70er Jahren konnte unter den Trainern Willi Schülein und Manfred Krebs große sportliche Erfolge erzielt werden. 1973 spielte die Schülermannschaft erstmals in der Kreisliga. Im gleichen Jahr erreichte die erfolgreiche Mannschaft das Kreispokalfinale, verlor aber leider knapp mit 0:1 Toren. Im Jahr 1975 spielt neben der Schülermannschaft auch die Jugendmannschaft in der höchsten Liga des Kreises. Viele talentierte Spieler werden in Auswahlmannschaften (z. B. Uwe Krebs, Thomas Rothmund, Erwin Kunder) berufen. 1976 erreicht die Jugendmannschaft unter Trainer Willi Schülein sogar das Pokalendspiel im Kreis.

Diese Mannschaft bestritt das Kreisendspiel 1976

Hintere Reihe von links: Trainer Willi Schülein, Hientz, Helmut Ruck, Schürlein,

E. Breitenbücher, Kunder, Schneider, E. Präger, J. Brandt.

Vordere Reihe von links: Hormeß, B. Beck, Wagner, E. Gehring, Winter


Unglücklich verlor man aber mit 1:2 nach Verlängerung gegen die Jugendelf der SpVgg Ansbach. Bis 1976 wurde zwischen Schüler und Jugendmannschaften unterschieden, ab 1977 wurden die heute noch gültigen Jugendstrukturen eingeführt.

Ende der 70er Jahren hatte die Weiltinger Jugendarbeit einen hohen Anerkennungsgrad im Fussballkreis. In der Spielzeit 79/80 wurde D- und C-Jugend unter den Trainern Fritz Meyer und Michael Brandl jeweils Meister in ihren Klassen. Die C-Jugend sogar mit einem noch dagewesenen Punktestand von 24:0 Punkten. Leider gelang es der Fussballabteilung nicht, die erfolgreichen Jugendspieler an den TVW zu binden. Viele talentierte Jugendliche hörten nach der Jugend mit dem Fussballsport einfach auf.





Die 80er Jahre - Kleine Jahrgänge erzwingen eine Bündelung

In den frühen 80er Jahren erreichte die  Jugendarbeit nochmals einen Höhepunkt. Die A-Jugend steigt 1982 unter Trainer Manfred Krebs nochmals in die Kreisliga auf. Ab 1983 engagieren sich die 1. Mannschaftsspieler Friedrich Rothmund und Franz Wagner sehr stark in der Jugendarbeit. Allerdings fehlte es an breiter Unterstützung für die Jugendarbeit. Geburtenschwache Jahrgänge und die feine Gliederung nach der Strukturänderung führen dazu, dass der TVW nicht alle Jugendmannschaften besetzen kann. Teilweise werden vier Jahrgänge zusammengefasst.

Eine Jugendmannschaft der frühen 80er Jahre

Hintere Reihe von links: Schäfer, Dollinger, Baumgartl, Bauer, Schellmann,

?, Ruf, Beck, Trainer H. Metterlein

Vordere Reihe von links: Reuter, Ganzenmüller, Rothmund, Enderes, Pfanz

Schwierige Zeiten in den 90er Jahren

Leider verlor sich viel fußballerisches Wissen der erfolgreichen Zeit der 70er und 80er Jahre, da sich nur wenige aktive Fußballer in den 80er und 90er Jahren aktiv im Jugendbereich engagierten. In dieser Zeit war die Eigenmotivation ehemaliger TVW-Spieler, sich um die sportliche Ausbildung verantwortlich zu kümmern, wenig ausgeprägt. 1992 musste der Verein diese Minderpriorisierung mit einem 13. Platz in der C-Klasse schmerzlich ausbaden. Erschwerend für den Fußball kam hinzu, dass sich in diesen zwei Dekaden, die Freizeitangebote für Jugendliche auf dem Dorf stark verbreiterten. Viele wandten sich vom Fußball ab, von Seiten des Vereins wurde nicht intensiv genug um die Jugendlichen geworben. Dies führte dazu, dass ohne sog. „Spielgemeinschaften (SG)“ mit verschiedenen Nachbarvereinen (Langfurth, Wilburgstetten, Mönchsroth) kein ordentlicher Spielbetrieb mehr aufrecht erhalten werden konnten.

Leider fühlten sich bis Mitte des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends immer noch wenige Vereinsmitglieder für die Jugendarbeit verantwortlich. Der noch junge Rainer Babel und der alternde Helmut Fuchs hielten die Nachwuchsarbeit mühsam über Wasser. Erstaunlich war, dass es in dieser Zeit dennoch einer A-Jugend unter Trainer Tobias Beck gelang in die Kreisliga aufzusteigen. In der Kreisliga wurde die Mannschaft entsprechend gefordert und konnte sich auf die Folgejahre im Seniorenbereich gut vorbereiten. Diese erfolgreiche A-Jugend-Aufstiegsmannschaft von 2003 sicherte über Jahre hinweg das hohe sportliches Niveau im Seniorenbereich.

2006 wurde der Abteilungsleitung schmerzlich bewusst, dass in den Jahren bis 2012 nur ganz wenige Jugendspieler in den Seniorenbereich überwechselten. Dies führte die Zeit der 60er Jahren wieder schmerzlich vor Augen, die Zeit in der die Jugendarbeit aufgebaut wurde. Die Tatsache, dass über Jahre die Jugendarbeit vernachlässigt wurde, teils auch, weil zu wenige Kinder für eigene Mannschaften zur Verfügung standen, machte einen Dogmenwechsel auf Dauer nötig. Abteilungsleiter Dieter Schuster wollte die Jugendarbeit auf ein gesundes Fundament stellen und knüpfte bereits im Jahr 2007 Kontakte zu Nachbarvereinen. Der TSV Wilburgstetten war für die Idee, eine stabile und dauerhafte Partnerschaft einzugehen, sofort zu begeistern. Nach 2 Jahre beschnuppern in einer Spielgemeinschaft, wurde im April 2009 die JFG Limeskickers gegründet. Die ersten Vorstände des jungen Vereins waren Horst Berdan aus Wilburgstetten und Dieter Schuster aus Weiltingen. Die JFG wurde mit dem Anspruch gegründet eine stabile und kontinuierliche Jugendarbeit zu betreiben. Jeder sollte seine Fähigkeiten einbringen, um möglichst viele und gut ausgebildete Spieler in den Seniorenbereich entlassen zu können. Dem erfolgreichen Modell schloss sich 2011 der TSV Mönchsroth als dritter Partner an.

Die heutige Jugendarbeit ist davon geprägt, dass diese einen deutlichen höheren Stellenwert im Verein besitzt. Die Rolle des Jugendleiters wurde neu definiert. In der heutigen Rolle versteht sich der Jugendleiter in erster Linie als Planer und Organisator der Jugendabteilung und nicht mehr als oberster Jugendtrainer. Zudem ist es gelungen viele ehemalige Spieler als Multiplikatoren zu gewinnen. Verdiente aktive Fußballer und engagierte Vereinsmitglieder geben ihr Wissen an Kinder und Jugendliche weiter. Es ist klar geworden, dass wenn niemand sich einbringt, auch nichts passiert. Die Kindheiten auch nicht mit Gemeinschaftsgeist, Kameradschaft, Fitness und fairen Umgang miteinander beseelt werden. Im Jahr 2010 konnten auch Dank der neuen Wege in der Jugendarbeit erstmals in der Vereinsgeschichte von der G- bis zur A-Jugend alle Jahrgänge in den Spielbetrieb geschickt werden. Im Jahr 2011 befinden sich ca. 70 Weiltinger Kinder und Jugendliche in der Ausbildung, mit dem Ziel, möglichst viele derjenige die in Weiltingen bleiben, auch in den Seniorenbereich zu integrieren. Dabei soll jeder die Möglichkeit bekommen, entsprechend seinen Leistungen und Fähigkeit Fußball zu spielen. Egal ob im leistungsorientierten Bereich der 1. Mannschaft oder im disziplinierten Freizeitbereich der 2. Mannschaft.

Stabile Jugendarbeit in der Neuzeit?



Chronik Jugendbereich

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