„Eine Basis für lebenslange Freundschaften“

Das Selbstverständnis der Fussballabteilung im Spiegel der Zeit

Neue Definitionen

Ab Mitte der 90er Jahre war das Sportgelände soweit fertig gestellt. Die Vereinsaktivisten konnten sich wieder vermehrt um das Sportliche und um die sportliche Weiterentwicklung kümmern. Zaghaft stieg das sportliche Niveau ab 1995 wieder an und der eingeschlagene Weg der Abteilung führte 2003 letztlich zum Aufstieg in die Kreisliga. Gesellschaftlich und sportlich ist die Fußballabteilung seit dieser Zeit auf der Höhe. Damit dies auf Dauer so bleibt, arbeitet die Fußballabteilung stark wertorientiert. Im Folgenden ein Kurzauszugs des Wertebildes der Fußballabteilung im Jubiläumsjahr.

Verantwortungsbewusst

Zukunftsorientiert

Sportlich ambitioniert

Kostenbewusst

Kameradschaft

Tradition

Gründungszeit

Während des turbulenten Geschehens der ersten Jahre nach dem 2. Weltkrieg hielt der Fußballsport seinen Einzug im historischen Marktflecken Weiltingen an der Wörnitz. Gedankengeber in Weiltingen eine Fußballmannschaft zu gründen, waren die aus allen Himmelsrichtungen nach Franken verschlagenen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen. Der Krieg nahm den Vertriebenen ihre angestammte Heimat im Osten oder zwang sie zur Flucht aus Mitteldeutschland, er zerstörte ihre Häuser und Wohnungen. Was er ihnen aber nicht nahm, war eine tiefverwurzelte Liebe zum Sportlichen miteinander. Es gehörte viel Enthusiasmus zur Gründung einer Fußballmannschaft, in einer Zeit in der das tägliche Überleben noch viel Kraft raubte und man viele Entbehrungen erdulden musste. Zudem war nach Ende des 2. Weltkrieges Mannschaftssport nicht unbedingt populär. Zu tief saß noch der Stachel, dass Sport und vor allem Mannschaftssport, für wehrtechnische Zwecke missbraucht wurde.

Über diese Hindernisse setzten sich die Gründerväter Rudolf Höber und Gunther Reinhard hinweg. Ihre Beweggründe zur Gründung dürften auch heute noch gelten. Man wollte unter Gleichgesinnten Sport treiben, wollte Kameradschaft und Miteinander erleben und suchte im Sport Erfolgserlebnisse und Abwechslung vom manchmal tristen Alltag. Die Werte dieser Gründerzeit müssen auch den Einheimischen sehr imponiert haben. Denn kurze Zeit darauf engagierten sich diese ebenfalls bei der noch jungen Sparte. Dass die Aufbruchstimmung der Gründerzeit Spuren in den Köpfen hinterlassen hat, zeigte sich bei vielen Jubiläen. Familie und Beruf haben die Spieler der 50er, 60er und 70er Jahre in alle Winde verstreut. Bei Jubiläumsfeierlichkeiten gab es stets ein freudiges Wiedersehen - die Fußballerzeit hat alle geprägt.

Der Fußball der 80er und 90er Jahre

In den 80er Jahren war der Fußballsport im Dorf fest etabliert. Der Betrieb zweier Seniorenmannschaften war Standard. Das wichtigste Kriterium für den Erfolg der Fußballabteilung war nach wie vor die Platzierung der 1. Mannschaft. Über Erfolge in der Jugendarbeit hat man sich gefreut, Misserfolgen hat man tapfer hingenommen, ohne Ursachen zu ergründen bzw. ohne organisatorische Gegenmaßnahmen einzuleiten. Der zeitintensiven Jugendarbeit wurde zu wenig Stellenwert eingeräumt. Zu erkennen war dies, dass die gesamte Jugendarbeit auf sehr wenige Personen verteilt war und folgedessen auch nicht sehr erfolgreich werden konnte. Aufgrund der vernachlässigten Jugendarbeit in den 80er Jahren hing man bis Mitte der 90er lange Zeit in den Niederungen der C-Klasse fest.


Seit Ende der 70er Jahre wurde von den Vereinsfunktionären intensiv am Ausbau des Sportgeländes gearbeitet. Bereits zur Flurbereinigung 1977 wurde ein 2. Rasenspielfeld eingeplant, das 1987 seiner Funktion übergeben werden konnte. Ab 1986 beschäftigte man sich intensiv mit dem Bau eines Vereinsheimes. Die Errichtung band nahezu alle Kräfte. Seit 1993 bildet das Sportheim den Mittelpunkt unserer gesellschaftlichen und sportlichen Zusammenkünfte. Insgesamt war diese Zeit für alle Vereinsfunktionäre eine sehr intensive Zeit. In dieser Zeit wurden viele Personalressourcen des Vereins in Bautätigkeiten gesteckt. Die sportliche Weiterentwicklung der Fußballabteilung und die erwähnte Jugendarbeit litten logischerweise darunter und stagnierten.

Zurück

In den 60er und 70er Jahren stand die Etablierung des Fußballs im Vordergrund. Dazu musste ein festes Terrain für die Ausübung des Sports und genügend Nachwuchskräfte gefunden werden. Bereits 1955 konnte die angestrebte feste sportliche Heimat eingeweiht werden. Das Sportgelände an der Volksschule löste den provisorischen „Kampfplatz Gigerthut" ab. Mitte der 60er Jahre wurde die erste Flutlichtanlage errichtet, um ein geregeltes Training abhalten zu können. 1970 und 1972 wurde diese auf den Gesamtplatz erweitert. Genauso galt es genügend Nachwuchskräfte für einen dauerhaften Betrieb zu finden und auszubilden. Ende der 50er Jahre wurde mit der Jugendarbeit begonnen, da klar wurde, dass ohne ein Mindestmaß an Jugendarbeit kein Verein auf Dauer überleben kann. Genügend talentierte Nachwuchskräfte bescherten in 60er Jahren der Fußballabteilung erste anhaltende Erfolge.


Das Wertebild der Fußballabteilung in den Etablierungsjahren war hauptsächlich auf den sportlichen Erfolg des "Aushängeschildes", sprich der 1. Mannschaft, reduziert. Die Nachwuchsarbeit wurde zwar als wichtig angesehen, war aber stets hinter den Senioren zurückgestellt. Der Geist dieser Zeit war vom Aufbau und vom Wirtschaftswunder geprägt. Fußball war auch Dank der Weltmeisterschaft 1954 und der Einführung der Bundesliga im Jahre 1963 sehr populär geworden. Man strebte den ersten Fußballidolen nach. In Weiltingen erreichte der Fußball, dank aufopfernter „Fußballväter“, wie bspw. Kurt Müller, Hans Tietsch, Willi Schülein, Manfred Krebs oder Helmut Fuchs ein gutes sportliches Niveau.

Die Aufbauzeit der 60er und 70er Jahre